Aktuelle Artikel

tip-Online

         
 

Seminartipps

Musik

Kongresse /
Festivals

Neueröffnungen

Ökologie

Anders leben

Lebenshilfe

Newsletter

 

 

EchtzeitmusikImprovisierte Musik im Ruhrgebiet
Echtzeitmusik 2010

Das Projekt Echtzeitmusik2010 widmet sich der Improvisierten Musik und ihrer in der Kulturhauptstadt lebenden, Vertreter und Vertreterinnen. Echzeitmusik2010 darf als Kampagne zur Verbreitung Improvisierter Musik im Ruhrgebiet verstanden werden. Zum einen um Zuhörer für die Musik zu interessieren. Zum anderen um Musiker zu ermutigen sich selbst im freien Spiel, ohne Noten und doppelten Boden zu versuchen. Claudius Reimann ist Saxofonist, Autor und Mitbegründer der Initiative echtzeitmusik2010.

tip-Magazin: Hat echtzeitmusik2010 etwas mit Intuition zu tun? Wird Intuition dadurch entwickelt, entdeckt? Oder ist es umgekehrt?

Claudius ReimannClaudius Reimann: Der Begriff Echtzeitmusik verweist darauf, dass die erklingenden Töne zum selben Moment bestimmt und gespielt werden. Ohne Intuition ist das gestalten von Improvisierter Musik gar nicht denkbar. Diese Form der Intuition wird mit der Improvisation überhaupt erst freigelegt und im zweiten Schritt durch Übungen und vielfaches Spielen geschult. Im freien Zusammenspiel mit erfahrenen Musikerinnen und Musikern, ist die Intuition der Spieler und Spielerinnen im Ergebnis der Musik sehr deutlich zu hören; vielschichtige Musik aus einem Guss."

tip-Magazin: Wie entsteht die Musik? Hat sie mit Eurer Stimmung zu tun? Spielt die Stimmung des Publikums eine Rolle? Der Ort? Die Zeit?

Claudius Reimann: In der Ästhetik zeitgenössischer Improvisation spielen neben den Klängen der Instrumente, die Geräusche im Raum eine ebenbürtige Rolle. Die akustische Umgebung gestaltet die Improvisierte Musik maßgeblich mit. Ist der Spielort beispielsweise ein Café in dem die Espressomaschine surrt, wird sich das auf die erklingende Echtzeitmusik niederschlagen. Ich bemerke in solchen Situationen wie sich mein Spiel in der Lautstärke anpasst um sich Gehör zu verschaffen. Je nach persönlicher Stimmung kann aber auch das Gegenteil eintreten, so dass ich mich für ein flüsterndes Spiel entscheide und der Espressomaschine den Vorrang lasse.
Das Publikum spielt natürlich eine ganz wesentliche Rolle. Die Improvisation ist immer eine Interaktion mit den Zuhörern. Das kann wunderbar sein, oder zum Desaster führen. - Meistens ist es wunderbar!
Raum und Zeit haben ebenfalls goßen Einfluss auf die Qualität der Improvisierten Musik. Beides ist unbedingt im Zusammenhang zu sehen. Während sich in kleinen Galerien oder Cafés besser mehrere kurze Stücke eignen, drängen sich in Industriehallen oder Kirchen konzertante Aufführungen von einer Stunde am Stück geradezu auf.

tip-Magazin: Gibt es noch einen anderen als einen akustischen Grund, warum Ihr in einer Kirche ein Konzert gebt?

Claudius Reimann: „Die Kirche ist traditionell ein Ort der Stille. – Stille ist der Ausgangspunkt für Musik. Der große Raumhall dieser hohen Gebäude steht gerade zu im Widerspruch zu der inspirierenden Stille unter dem Kirchenschiff; eine ganz eigene Atmosphäre. Es ist nicht so, dass ich die Kirche grundsätzlich als spirituellen Ort wahrnehme. Wohl aber als einen Ort, in dem die Stille ganz besonders klingt. Es gibt  andere Spielstätten mit ähnlichen Eigenarten. Etwa die Dechenhöhle in Iserlohn, oder die Maschinenhalle im Schiffshebewerk Waltrop. Allesamt inspirierende Orte."

tip-Magazin: Bietet echtzeimusik2010 auch Laienmusikern die Möglichkeit zur Selbsterfahrung mit Improvisierter Musik?

Claudius Reimann: Im März laden die Klarinetistin Katharina Bohlen und ich ins Essener Unperfekthaus ein um gemeinsam mit Laien und Profis in ad-hoc Gruppen zu improvisieren. Weitere "Werkstattage - echtzeitmusik2010" gibt es in der Pauluskirche Dortmund, in Bochum, Krefeld und Marl. Anfänger und Fortgeschrittene improvisieren hier zusammen. Unabhängig von ihrer musikalischen Vorerfahrung. - Wir freuen uns immer über neue Gesichter und neue Klänge. Übrigens auch dann, wenn die Initiative echtzeitmusik2010 auf der A40 mit einem Tisch bei der Tafel der Kulturen vertreten sein wird. Zu jeder vollen Stunde sind dort Alle eingeladen mit uns Echtzeitmusik zu servieren.

tip-Magazin: Vielen Dank für das Gespräch – und auch dafür, dass wir Dich auch bei "feel good" – dem Festival für Körper, Geist und Seele am 10. Juli in Gelsenkirchen begrüßen dürfen.

Eine Übersicht zu Konzerten und Workshops im Ruhrgebiet gibt es auf www.echtzeitmusik2010.de

zurück

wong Linkarena myspace_de publishr twitter_de webnews del.icio.us facebook Google Yahoo